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Wettbewerbe / Hochbau

Überseering 30

Hamburg

Um Struktur und Stadtbild der Hamburger Innenstadt zu erhalten, wurden Ende der 1950er Jahre erste Konzepte für ein neues Büroquartier nördlich des Hamburger Stadtparks entwickelt – die City Nord. Leitgedanke des Projekts war es, ein Entlastungszentrum zu schaffen, um die sich damals rasant verändernden Bedürfnisse moderner Verwaltungsgebäude und insbesondere großer Konzernzentralen zu berücksichtigen und einen hochmodernen durchgrünten Bürostadtteil zu etablieren.

Mit diesen Leitgedanken wurde in den nächsten 30 Jahren eine 117 ha große, übersichtlich strukturierte Bürostadt im Grünen errichtet, in der eine große Zahl bedeutender Wirtschaftsunternehmen ihre Zentralen und Niederlassungen in markanten Solitärgebäuden umsetzen konnten. Viele dieser Gebäude wurden in Architektenwettbewerben auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer zugeschnitten und stellen heute herausragende Beispiele der jüngeren Architekturgeschichte dar. Auf lange Sicht erwiesen sie sich aber häufig im Betrieb als unwirtschaftlich oder unflexibel und konnten nur mit großem Aufwand modernisiert werden. Die City Nord steht als Gesamtensemble unter Denkmalschutz. Nach einer Durststrecke Ende der 1980er Jahre, als viele Unternehmen ihre Verwaltungen wieder verschlankten und Niederlassungen konzentrierten, hat die City Nord in den letzten Jahren kontinuierlich an Attraktivität gewonnen. Die hohe Qualität des Arbeitsumfelds, die verkehrsgünstige Lage, der grüne Charakter und nicht zuletzt die häufig noch vorhandenen Entwicklungspotentiale haben die City Nord wieder in den Fokus gerückt und es konnten neue Nutzungen und Nutzer etabliert werden. Der Bezirk Hamburg-Nord hat diesen Prozess mitbegleitet und in Form verschiedener Studien zahlreiche Impulse zur Revitalisierung des Quartiers geliefert. Vor allem der Masterplan City Nord von 2011 ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage und skizziert als Gegenbild zur ursprünglichen Monostruktur eine stärkere Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten und Erholung auf engem Raum, ohne allerdings das zugrunde liegende Leitbild der Bürostadt im Grünen aufzugeben. Das Gebäude der ehemaligen Hamburger Oberpostdirektion (OPD) ist mit seiner signifikanten Gebäudeform und der Sichtbetonkonstruktion ein auffälliges Gebäude der City Nord, das sich heute noch in seinem Ursprungszustand befindet. Es wurde 1974-77 von den Münchner Architekten Prof. Weber und Prof. Küttinger geplant und ist mit seinen schrägen Seitenfassaden für viele Hamburger eines der Wahrzeichen der City Nord. Die innere Struktur und Organisation der Mietflächen kann jedoch heutige Ansprüche nicht mehr erfüllen und das Gebäude weist eklatante Mängel im Bereich des Brandschutzes auf. Das Gebäude soll deshalb einschl. seiner Untergeschosse abgebrochen werden. Stattdessen soll eine gemischte Nutzungskonzeption entwickelt werden. Untersuchungen des Bezirksamts zu Standortqualitäten haben einerseits eine Nachfrage für weitere Büro- und Verwaltungsnutzungen, andererseits für Wohnnutzungen am Westrand der City Nord identifiziert. Ziel dieses zweiphasigen Wettbewerbsverfahrens ist es, in einer ersten Phase zunächst grundsätzliche städtebauliche Strukturen zu entwickeln und in der zweiten Wettbewerbsphase dann eine hochbauliche Vertiefung für Teile der Bebauung auszuarbeiten.

Projektinfos

Projektart: zweiphasiger, städtebaulicher Wettbewerb mit hochbaulicher Vertiefung
Ort: Hamburg, Bezirk Hamburg-Nord, Stadtteil Winterhude
Nutzungsart: Wohnen, Büro, quartiersbezogene Nahversorgung, Freiflächen
Fläche: ca. 2,9 ha
Projektzeitraum: 10.2014 bis 07.2015
Projektbearbeitung: Andreas Fischer, Torsten Wild
Auftraggeber: Benino Investments
Projektpartner: KBNK Architekten GmbH
Bes. Themen: Umgang mit dem Denkmalensemble "City Nord", Grünbestand, hohe Baumasse, Umgang mit der angrenzenden Bestandsbebauung, Integration von hochwertigem Wohnungsbau im Bürostandort, hohe Gestalterische Anforderungen


Holzdamm 39
20099 Hamburg

fon: 040 - 28 40 34 -0
fax: 040 - 28 05 43 43
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